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Biografien > Im Winter ...1

Im Winter ist der Pommer
noch dommer als im Sommer

Falls vorstehender Spottvers zutrifft, muss ich mich mit dieser Niederschrift beeilen, zumal der Winter meines Lebens wohl schon begonnen hat.

Am 28.02. 1905 bin ich in der Bartherstr.11 in Stralsund geboren. Durch diese Straße fuhr damals und noch viele Jahre hindurch die Kleinbahn mit Pfeifen und Läuten.

Petroleumlampen und Bratäpfel

Wenn man den heutigen Maßstab der Wohlstandsgesellschaft anlegt, müsste man die Lebensverhältnisse in unserer Familie als recht bescheiden bezeichnen. Das hat aber niemand so empfunden. Ganz allgemein ging es schlichter zu, doch war die Zufriedenheit größer. So wurde ich in einem auf 2 Stühle gestellten Wäschekorb groß und wurde mangels eines Kinderwagens getragen was ja heute wieder "in" ist. Erst als ich gehen konnte, wurde eine Sportkarre angeschafft. Zur Beleuchtung dienten Petroleum- und Gaslampen sowie Kerzen. Erst 1914, als ich 9 Jahre alt war, erhielten wir elektrisches Licht. Der einzige Wasserhahn in der Wohnung lieferte nur kaltes Wasser. Wir hatten kein Telefon; Radio und Fernsehen waren noch nicht erfunden. Die Heizung erfolgte durch schöne große Kachelöfen, in deren "Röhren" Bratäpfel schmorten und einen unvergesslichen Duft verbreiteten.

Schülerpension in Stralsund

Meine Eltern hatten in ihrer 9-Zimmer-Wohnung eine Pension für Schüler, deren Eltern auf Rügen wohnten (Gutsbesitzer, Pastoren, Apotheker usw.). Mit all diesen fast gleichaltrigen Schülern des Gymnasiums bin ich wie mit Brüdern aufgewachsen. Obwohl ich keine Geschwister hatte, war ich praktisch kein Einzelkind. Die Hauptarbeit mit uns hatte meine Mutter unterstützt von meiner Großmutter und einer Hausgehilfin

Oft habe ich es als Kind bedauert, dass meine beiden Großväter schon vor meiner Geburt gestorben waren. Der Dorfschullehrer Karl Burzlaff ist 1885 im Alter von nur 41 Jahren an Lungenentzündung gestorben. Der Bauer und Müller Karl Johanning wurde 53 Jahre alt. Sein Tod 1897 war eine Spätfolge seiner Teilnahme am Krieg gegen Frankreich 1870/1871.

Ungewöhnliche Namensänderung?

In manchen Familien entdeckt man beim Forschen nach Vorfahren einen Fehltritt, ein uneheliches Kind. In anderen Fällen gehören zu den Ahnen Angehörige des Adels. In der Linie meiner Mutter, den Johannings kommt beides in einer Frau zusammen: Meiner UrUrgroßmutter Anna Charlotte Amalie von Lettow geborene von Rehbinder. Sie hat 1810 einen Sohn bekommen, der, weil er unehelich war ihren Mädchennamen Rehbinder erhielt und Johann Ludwig Heinrich Theodor mit Vornamne hieß. In seiner Heiratsurkunde ...weiter